Heilbronn: Kripo gelingt Schlag gegen international agierende Rauschgiftbande

Im Sommer 2017 bekam der Arbeitsbereich
Rauschgift der Heilbronner Kriminalpolizei
erste Hinweise darauf, dass eine Gruppierung im
Bereich der Heilbronner Innenstadt mit Cannabis-
produkten im zweistelligen Kilogrammbereich handeln soll.

Im Rahmen der sofort eingeleiteten verdeckten Ermittlungen gerieten zunächst drei Personenin den Fokus der Beamten. Ein ursprünglich aus Albanien stammender
29-jähriger Italiener, ein weiterer 28-jähriger Italiener und ein
29-jähriger Deutsch-Libanese, sollen Marihuana im zweistelligen
Kilogrammbereich aus Süd-Ost-Europa bezogen und Gelder ins Ausland
transferiert haben. Die drei wurden bereits im Dezember 2017 bei der
Übernahme einer Teillieferung Marihuana festgenommen. Insgesamt wird
dem Trio der Verkauf von 40 Kilogramm Marihuana und Kokain im
dreistelligen Grammbereich vorgeworfen. Es konnten Bunkerplätze,
Rauschgiftabnehmer und Lieferwege des Rauschgifts ermittelt werden.
Die Beschuldigten hielten sich überwiegend in Cafés und
Einkaufspassagen in der Heilbronner Innenstadt auf und organisierten
von dort aus ihre Rauschgiftgeschäfte. Durch die Ermittlungen konnte
in Erfahrung gebracht werden, dass die Bande insbesondere in der
Heilbronner Innenstadt über einen großen Abnehmerkreis verfügt. Nach
der langwierigen und zeitintensiven Ermittlungsarbeit wurden 32
Durchsuchungsbeschlüsse gegen Rauschgiftabnehmer beantragt, die
aufgrund der abgenommenen Mengen selbst im Verdacht stehen, mit
Marihuana gedealt zu haben. Gegen 17 Personen beantragte die
Staatsanwaltschaft Heilbronn Haftbefehle, die durch das Amtsgericht
erlassen und in Vollzug gesetzt wurden. Unter den Abnehmern befinden
sich auch vier Syrer, die die Szene am Heilbronner Marktplatz mit
Marihuana versorgt und im Gegenzug Kokain an die Dealergruppierung
geliefert haben sollen. Mit der Festnahme dieser vier syrischen
Staatsangehörigen im Verlaufe der letzten Woche wurden die operativen
Maßnahmen der Kriminalpolizei abgeschlossen. Einer von ihnen war in
die Streitigkeiten in der Windgasse am vergangenen Dienstag
verwickelt und bereits im Zuge dieser Ermittlungen festgenommen
worden. Auch der bereits im Dezember festgenommene Albaner, der aus
einem Café am Marktplatz heraus mit Kokain gehandelt haben soll, soll
das Marihuana von den jetzt verhafteten Beschuldigten (siehe
gemeinsamer Pressebericht, Staatsanwaltschaft und Polizei Heilbronn
vom 15.02.2018) bezogen haben. Gegen den Deutsch-Libanesen wird zudem
wegen der gewerbsmäßigen schweren Zwangsprostitution zum Zwecke der
sexuellen Ausbeutung von Minderjährigen, schwerem Menschenhandel und
ausbeuterischer Zuhälterei ermittelt, weil er die Prostitution einer
16-Jährigen gefördert haben soll. Im Rahmen der Ermittlungen konnten
insgesamt 16 Kilogramm Marihuana, 3000 Euro vermeintliches Dealergeld
und kleinere Mengen Kokain sichergestellt werden. Wie sich
herausstellte, ist der 29-Jährige in Albanien geborene Italiener
einschlägig in Italien vorbestraft und saß auch dort schon in Haft.

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