Heilbronn: Gewerbsmäßige Urkundenfälschung aufgedeckt

Eine gewerbsmäßige Urkundenfälschung konnte
nach dreimonatigen Ermittlungen der Kriminalpolizei
Heilbronn aufgedeckt werden. Im September erhielt
die Polizei Hinweise auf einen Moldawier, der
gefälschte Dokumente in Deutschland verkaufen soll.

Daraufhin wurde eine Ermittlungsgruppe eingerichtet. Deren Ermittlungen ergaben, dass insbesondere ein 24-Jähriger, der zuletzt in Bad Friedrichshall im Landkreis Heilbronn wohnhaft war, rumänische ID-Karten und rumänische Führerscheine zu Preisen zwischen 500 und 800 Euro verkaufte. Abnehmer der Ausweise waren hauptsächlich Nicht-EU-Bürger, so dass diese die für EU-Bürger geltende Freizügigkeit bei der Wohnsitzsuche und der Arbeitsaufnahme in Anspruch nehmen können. Die gefälschten Führerscheine waren für „Kunden“ bestimmt, die keine oder keine gültige Fahrerlaubnis besitzen. Der 24 Jahre alte Mann aus der
Republik Moldau legte inzwischen ein Geständnis ab. Er gab den Handel
in 18 Fällen zu. Wie viele Ausweise und Führerscheine jedoch
tatsächlich verkauft wurden, ist unklar. Polizei und
Staatsanwaltschaften gehen jedoch von einer größeren Anzahl aus.
Dringend tatverdächtig, sein Chauffeur gewesen zu sein, ist ein
23-Jähriger, der ebenfalls in Bad Friedrichshall wohnte. Weiterhin
konnten zwei in Stuttgart wohnhafte Abnehmer im Alter von 40 und 47
Jahren ermittelt werden. Beide sind rumänische Staatsangehörige. Auch
zwei Moldawier, die sich aber vermutlich noch nicht in Deutschland
aufhielten, gerieten ins Visier der Ermittler. Die hier wohnhaften
Tatverdächtigen wurden vorläufig festgenommen. Gegen den 24-Jährigen
erließ ein Haftrichter nach einem Antrag der Staatsanwaltschaft
Heilbronn Haftbefehl, der in Vollzug gesetzt wurde. Die anderen
wurden wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Ermittlungen der
Kriminalpolizei dauert an. Im Lauf dieser Ermittlungen wurde auch
bekannt, dass der 24-Jährige illegal Parfüm von einem zunächst
Unbekannten gekauft hatte und mit diesem offensichtlich auch
handelte. Nachdem ermittelt werden konnte, dass es sich bei dem
Verkäufer um einen Albaner mit einem auffälligen Tattoo handelte,
konnte ein ebenfalls 24 Jahre alter Albaner festgenommen werden. Der
Mann hatte das Wappentier seines Heimatstaates auf der Hand und
konnte aufgrund dieses so genannten Albaneradlers identifiziert und
festgenommen werden. Da auch sechs andere Behörden gegen den
Tatverdächtigen ermitteln, wurde gegen ihn ebenfalls Haftbefehl
erlassen.

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